Eintrag

Karte UsbekistanFlagge UsbekistanAuf den nächsten Seiten möchte ich einige Eindrücke wiedergeben, die ich auf einer Urlaubsreise im Juni 2004 von Usbekistan gewinnen konnte.

Mit Aeroflot ging es von Berlin über Moskau nach Taschkent. Von dort aus stand ein Anschlussflug mit Uzbekistan Airways nach Urgench und eine kurze Taxifahrt nach Chiwa auf dem Programm. Nach einigen Tagen in der einem Freilichtmuseum gleichenden Stadt mieteten wir uns ein Taxi für einen Tagesausflug nach Muynak, einer früheren Hafenstadt am Aralsee, die mittlerweile aber etwa 150 km von dessen Ufer entfernt liegt. Wiederum mit dem Taxi fuhren wir von Chiwa nach Buchara, die Stadt der Moscheen und Medresen. Bei Temperaturen um 40 °C buchten wir eine Übernachtung in einer Jurte in der Nähe des Sees Aidarkul bei Nurata und versuchten uns bei einem kurzen Kamelritt. Die Weiterfahrt führte uns nach Samarkand, in die Perle des Orients. Nach einem kurzen Abstecher nach Shakhrisabz, der Geburtsstätte des großen Herrschers Timur, fuhren wir mit dem Zug weiter über Taschkent in die Berge von Chimgan. Im Ferganatal besuchten wir die frühere Hauptstadt des gleichnamigen Khanats Kokand und besichtigten in Margilan bzw. Rishtan eine Seiden- und Keramikfabrik. Mit dem Taxi ging es dann zum Abschluss unserer dreiwöchigen Reise in die Hauptstadt Taschkent, bevor der Rückflug nach Moskau wartete.

Info

Usbekistan liegt in Mittelasien und grenzt an 5 weitere 'Stans': Kasachstan, Turkmenistan, Afghanistan, Tadschikistan und Kirgistan (auch als Kirgisien bekannt). Das Land hat eine Fläche von 447.400 km² und rund 26 Millionen Einwohner. Usbekistan ging nach dem Zerfall der Sowjetunion aus der früheren Usbekischen SSR hervor und ist seit dem 31.08.1991 unabhängig.

300.000 Sum = 300 DollarDie Lebenserwartung liegt für Frauen bei 68 Jahren und für Männer bei 61 Jahren. Der Alphabetisierungsgrad beträgt etwa 97 %. Usbekistan ist der viertgrößte Produzent von Baumwolle. Weitere Industriezweige sind u.a. die Herstellung von Textilmaschinen und landwirtschaftlichen Geräten. Das Land verfügt über wichtige Bodenschätze wie Erdöl, Erdgas und Gold.

Die Nationalwährung heißt Sum. Der Umtauschkurs lag 2004 bei ca. 1.000 Sum für 1 $. Zuletzt hatte sich der Schwarzmarktkurs dem offiziellen Kurs angeglichen, so dass es sich für uns faktisch kaum noch lohnte, auf der Straße zu tauschen. Achtung: Der größte verfügbare Geldschein ist 1.000 Sum und auch noch nicht einmal sehr gebräuchlich. Das bedeutete, dass wir ständig mit ausgebeulten Hosentaschen rumlaufen mussten. Wir bekamen jedenfalls erstmal einen Schock, als wir den Geldhaufen vor uns sahen, den wir für 300 $ bekamen.

Der Euro war 2004 noch relativ unbekannt, deshalb nahmen wir US-$ mit. Kreditkarten wurden nur teilweise in den Banken der größeren Städte akzeptiert. Reiseschecks könnten zumindest eine Alternative sein, wurden aber auch nur in einigen wenigen Banken (Nationalbank) mit kleiner Provision eingetauscht. Oft sahen die Angestellten die Schecks allerdings zum ersten Mal und wussten damit kaum umzugehen.

Tipps

JungeDie Anreise kann z.B. mit Uzbekistan Airways per Direktflug Frankfurt-Taschkent (mehrere Flüge pro Woche) erfolgen. Uzbekistan Airways gilt übrigens als die beste und sicherste der Nachfolgefluggesellschaften der früheren UdSSR. Alternativ bietet sich der Flug mit Aeroflot von Berlin über Moskau nach Taschkent an (Hin- und Rückflug damals etwa 550 €).

Für die Einreise nach Usbekistan ist ein Visum erforderlich. Es kostet für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen 80 € und ist ziemlich unproblematisch innerhalb von zwei Wochen postalisch von der usbekischen Botschaft zu bekommen. Bei einem Aufenthalt von mehr als 3 Tagen an einem Ort ist man verpflichtet, sich beim Einwohnermeldeamt (OWIR) anzumelden. Die Registrierung wird jedoch meist von den Hotels Säule

selbst vorgenommen, so dass man sich den Aufwand und die Rennerei spart. Die Registrierungsquittungen müssen jedoch immer mitgeführt werden und auf Verlangen vor Ort, manchmal auch bei der Ausreise, vorgezeigt werden.

Usbekistan ist ein sehr sicheres Reiseland und wird sowohl von organisierten Reisegruppen als auch von Individualtouristen bereist. Von den Terroranschlägen auf dem Basar in Taschkent von Ende März bzw. Anfang April 2004 war bei meiner Reise im Juni 2004 außer starker Polizeipräsenz nichts zu spüren. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden zwar verschärft, aber man fühlt sich nie unbehaglich oder wird misstrauisch. Die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen ist einfach unbeschreiblich.

Noch etwas zur Sprache: Es ist sicher von Vorteil, wenn man etwas Russisch kann oder zumindest ein Deutsch-Russisches Wörterbuch dabei hat. Vor allem in den großen Städten wie Taschkent und Samarkand ist die russische Sprache, die in der Schule nur noch als Fremdsprache gelehrt wird, sehr verbreitet. Man kommt aber auch mit Englisch durch. Gerade in den Touristenhochburgen Buchara und Samarkand trifft man oft Kinder und junge Studenten, die auch etwas Englisch, Französisch oder gar Deutsch können. Der Kontakt zu ausländischen Touristen verspricht für sie nämlich auch gute Geschäfte. In den kleinen Pensionen oder Hotels kann auch meistens zumindest eine Person Englisch. Und zur Not helfen auch die Hände oder andere Touristen, die man unterwegs oft trifft.

Als Reiselektüre kann ich folgende Bücher empfehlen:

  • Usbekistan von Judith Peltz, Trescher Verlag, 7. Auflage (2010).
    Sehr informativ, wahrscheinlich das beste deutsche Buch auf dem Markt, Schwächen hinsichtlich Unterkünften und praktischen Tipps vor Ort. Preis ca. 18,95 €
  • Uzbekistan. The Golden Road to Samarkand von Calum MacLeod und Bradley Mayhew, Odyssey Verlag.
    Für mich der beste Reiseführer, sehr anschaulich und informativ, viele nützliche praktische Tipps und ziemlich aktuell. 6. Auflage (Sep. 2008), Preis ca. 23 €
  • Lonely Planet: Central Asia von Bradley Mayhew, Paul Clammer und Michael Kohn.
    Ich hatte nur die 2000er Auflage zur Verfügung. Die war leider nicht mehr sehr aktuell. Der Usbekistan-Teil war mir auch etwas zu kurz. Das Buch ist sicher besser geeignet für Leute, die mehrere Länder in Mittelasien besuchen. 5. Auflage (Okt. 2010), Preis ca. 25 €
  • DuMont Kunst Reiseführer Zentralasien von Klaus Pander, DuMont Reiseverlag.
    8. Auflage (Dez 2009), Preis ca. 25,90 €
  • Kauderwelsch. Usbekisch Wort für Wort von Michael Korotkow.
    Einzige nützliche Hilfe, die Sprache wenigstens etwas zu verstehen. Ein richtiges Wörterbuch hab ich bis jetzt nirgends gesehen. 2. Auflage (Jan. 2010), Preis ca. 7,90 €
  • Die Seidenstraße von Claus Richter, Bruno Baumann, Bernd Liebner.
    Hab das Buch selbst nicht gelesen, es wurde aber von meinen Mitreisenden gelobt. Es schafft mehr Verständnis für die historischen Zusammenhänge. Preis ca. 10,00 €

Wer statt individuell lieber mit einer organisierten Tour nach Usbekistan fahren möchte, dem kann ich DIAMIR Erlebnisreisen empfehlen. Im aktuellen Programm ist u.a. eine Kulturrundreise (15 Tage) enthalten.

Links

Botschaft der Republik Usbekistan:

http://www.uzbekistan.de/

Generalkonsulat Usbekistan:

http://www.gk-usbeksitan.de

Kultur in Usbekistan:

http://www.bernhardpeter.de/Usbekistan/usbekistan.htm

Information about Uzbekistan (engl.):

http://www.oxuscom.com/CA-UzbekInfo.htm

About Uzbekistan: Business & Travel (engl.):

http://www.orexca.com/uzbekistan.shtml

Uzbekistan News (engl.):

http://www.eurasianet.org/resource/uzbekistan/

Uzbekistan: Country Studies (engl.):

http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/uztoc.html

Asia Times Online - Central Asia News (engl.):

http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia.html

Hilfe bei Reiseorganisation vor Ort:

http://www.uz-taschkent.com/

Usbekistan Reisen bei Paradeast.com:

http://www.paradeast.de/reisen/usbekistan_reisen.php

Sairam Tourism - Various Travel (engl.):

http://www.sairamtour.com/

Advantour - Travel Services in Uzbekistan (engl.):

http://www.advantour.com/


© 2004 - 2007 Kay Estler
letzte Änderung: 29.12.10
Besucher seit 24.07.04
  WEBCounter by GOWEB