Karte PatagonienPatagonien hat mich schon immer in seinen Bann gezogen. Ende Januar 2005 habe ich meinen Traum verwirklicht und reiste für knapp fünf Wochen in die Heimat des Windes.

Von Berlin über Madrid ging es mit IBERIA zunächst nach Santiago de Chile und von dort gleich weiter nach Puerto Montt. Unser Quartier schlugen wir unweit davon in Puerto Varas auf. Der erste Ausflug führte auf die Insel Chiloé mit ihren über 150 Kirchen und den Stelzenhäusern in der Hauptstadt Castro. Von Puerto Varas aus durchquerten wir an einem Tag abwechselnd per Schiff und Bus (Lake Crossing) die Anden nach Bariloche in Argentinien. Hier bekamen wir einen Eindruck davon, warum diese Gegend auch als argentinische Schweiz bezeichnet wird. Mit Aerolineas Argentinas flogen wir anschließend nach El Calafate. Per Bus ging es nach El Chaltén am Fuße der Giganten Cerro Torre und Fitz Roy. Bei strahlendem Sonnenschein unternahmen wir hier eine viertägige Trekkingtour in die fantastische Bergwelt. Zurück in Calafate standen jetzt die Gletscher auf dem Programm, zunächst der Perito Moreno und anschließend der Spegazzini sowie der Upsala Gletscher. Nach einer Busfahrt mit Grenzübertritt nach Chile bereiteten wir uns in Puerto Natales auf die Trekkingtour zum Nationalpark Torres del Paine vor. An fünf Tagen erkundeten wir auf dem ‘W’ die Natur zwischen Glacier Grey und den Torres del Paine. In Punta Arenas erfuhren wir einiges über die Blüte der Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts und besuchten die Pinguinkolonie auf der Isla Magdalena. Mit dem Bus ging es dann über die Magellanstraße und die Grenze nach Argentinien. Jetzt lag Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, auf der Reiseroute. Von Ushuaia flogen wir gen Norden nach Trelew, um von hier bzw. dem nahe gelegenen Puerto Madryn, die Halbinsel Valdés zu erkunden. Mit dem Nachtbus fuhren wir schließlich in die Hauptstadt Buenos Aires. Ein Tagesausflug mit der Fähre führte uns noch nach Colonia del Sacramento in Uruguay, bevor der Rückflug von Buenos Aires über Madrid nach Berlin anstand.

Info

WindradPatagonien liegt im Süden des südamerikanischen Kontinents und ist seit 1902 zwischen Chile und Argentinien aufgeteilt. Eine genaue Definition der Region gibt es nicht, aber im Allgemeinen bezeichnet Patagonien den Teil südlich des Río Bio-Bio in Chile und des Rio Colorado in Argentinien sowie nördlich der Magellanstraße. Auf einer Fläche von rund 1 Million km² leben zwar weniger als 2 Millionen Menschen, dafür aber etwa 15 Millionen Schafe.

Über die Entstehung des Namens Patagonien gibt es mehrere Theorien, die mit der Entdeckungsreise des Seefahrers Ferdinand Magellan im Jahr 1520 zusammenhängen. Die populärste und allgemein akzeptierte Version besagt, dass Magellan die Indianer wegen ihrer großen Füße Patagonier nannte. Pata heißt im Spanischen tatsächlich Fuß, die Silbe gon hat aber keine Bedeutung. Deshalb tendiere ich mehr zu der Erklärung, die Bruce Chatwin in seinem großartigen Buch “In Patagonien” fand. Demnach bedeutet das griechische Wort Patagon ‘brüllen’ oder ‘Zähne knirschen’. In dem schon Anfang des 16. Jh. veröffentlichten Ritterroman ‘Primaleon von Griechenland’ spielt ein brüllendes Ungeheuer eine Rolle, das auch ‘Großer Patagon’ genannt wird. Chatwin vermutet, dass Magellan dieses Buch kannte. Magellans Chronist Pigafetta behauptete in seinen Aufzeichnungen, die Patagonier brüllten wie Stiere. Deshalb kann der Ausruf Magellans “Ha, Patagon!” durchaus auf diese Weise interpretiert werden. Mehr dazu im Buch von Chatwin (Kapitel 49).Wolkenschauspiel

 


Für die Anreise nach Patagonien gibt es viele Möglichkeiten, z.B. mit dem Flugzeug in den chilenischen Teil über Santiago nach Puerto Montt oder Punta Arenas bzw. in den argentinischen Teil über Buenos Aires nach Bariloche, El Calafate oder ganz in den Süden nach Ushuaia auf Feuerland. Der Gabelflug Berlin-Madrid-Santiago-Puerto Montt und zurück Buenos Aires-Madrid-Berlin kostete Anfang 2005 880 €. Mietwagen sind leider ziemlich teuer. Busse verkehren fast regelmäßig zwischen allen größeren Orten. Die Busse sind meist auch komfortabel und ermöglichen ein angenehmes Reisen. Leider sind die Straßen oft nur eine Schotterpiste. Für längere Entfernungen kann es sich lohnen, auf’s Flugzeug umzusteigen. Achtung: Bei
Aerolineas Argentinas sind die Buchungen vor Ort oft viel billiger als von Deutschland aus! Weitere Fluggesellschaften, die innerhalb von Chile bzw. Argentinien nach Patagonien fliegen, sind Lan Chile, Lade und Southern Winds.

Wer statt einer individuellen Tour lieber eine organisierte Reise bevorzugt, findet dafür zahlreiche Reiseveranstalter. DIAMIR Erlebnisreisen z.B. bietet im aktuellen Katalog u.a. eine  über Natur- und Trekkingrundreise (19 Tage) sowie eine Trekkingreise (17 Tage) an.


© 2005 - 2007 Kay Estler
letzte Änderung: 19.12.08
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